Samstag, 15.02.14

Kommandanten-Fortbildung

 

SELB - Bereits zum 8. Mal trafen sich die Kommandanten, stellv. Kommandanten und weitere Führungsdienstgrade der Feuerwehren des Landkreises in der Dr.-Franz-Bogner-Mittelschule in Selb auf Einladung des Kreisfeuerwehrverbandes Wunsiedel.

 

SBI Harald Fleck von der FF Marktredwitz hatte, in enger Abstimmung mit der Landkerisführung, ein umfangreiches und informatives Programm zusammengestellt. Die Verpflegung hatte wieder das THW übernommen. Auch die Dienststellenleiter der drei Polizeiinspektionen, Landrat Dr. Karl Döhler, 2. Bürgermeister der Stadt Selb Dr. Hermann Friedl, OB Dr. Birgit Seelbinder und weitere Bürgermeister wohnten der Veranstaltung bei.

 

Kurz nach der Begrüßung trat KBR Gerhard Bergmann in die Tagesordnung ein und begann mit aktuellen Informationen. Hauptpunkte waren hierbei die Mitgliederentwicklung und die Einsatzzahlen. Dann folgten die Gastvorträge.

1. Vortrag - Drehleitereinsatz

SBM Heinz Jahreis, FF Marktredwitz, betonte in seinem Vortrag, dass sich auch kleinere Feuerwehren im Vorfeld unbedingt Gedanken machen sollten, wenn eine Drehleiter zur Einsatzstelle kommt. Hilfreich ist hier die "HAUS-Regel". Anhand der Punkte Hindernisse, Abstand, Untergrund und Sicherheit kann der Einsatzleiter vor Ort den Drehleitereinsatz grob vorplanen und optimale Einsatzbedingungen schaffen.

2. Vortrag - Wasserförderung über lange Schlauchstrecken

KDT Florian Bartmann, FF Wunsiedel, zeigte im Rahmen einer Planübung die beeinflussenden Faktoren einer Wasserförderung über lange Schlauchstrecken auf. Begriffe wie Reibungswiderstände in den Schläuchen, Druckverluste durch Höhenunterschiede, Förderleistungen von festeingebauten und tragbaren Feuerwehrpumpen, Durchflussmengen von Strahlrohren und offene und geschlossene Schaltreihen. Alles wurde auf Grundlage des Merkblatts 5.08 erläutert und wieder aufgefrischt.

3. Vortrag - Modulare Truppausbildung

KBI Armin Welzel stellte die Modulare Truppausbildung vor.  Sie besteht aus

  1. BAISMODUL (alte Truppmannausbildung)
  2. MODUL AUSBILDUNGS- UND ÜBUNGS-DIENST (alte Truppführerausbildung)
  3. ERGÄNZUNGSMODULE (Zusatzausbildung für am Standort vorhandene Ausrüstung)

Die Neue Grundausbildung (Basismodul) beinhaltet nun auch eine umfassende Sprechfunkausbildung und einen Erste-Hilfe-Kurs mit 16 UE (d.h. für den Führerschein verwendbar). Die MTA wird ab Mai 2014 (Pilotlehrgang) die bisherige Truppmann- und Truppführerausbildung ablösen.

4. Vortrag - Brandmeldeanlagen

Uwe Lenk, Fachbereichsleiter Vorbeugender Brandschutz im Landkreis Hof, informierte zum Thema Brandmeldeanlagen.

Der abgestufte Schutzumfang von Brandmeldeanlagen z.B. Vollschutz eines Industriebetriebes oder "nur" Einrichtungsschutz z.B. eines EDV-Servers wurde ebenso anschaulich erläutert, wie die Notwendigkeit von Brandmeldeanlagen in verschiedenen Gebäudenarten, wie Versammlungsstätten, Hochhäusern, Krankenhäusern oder Altenheimen. Hierbei sind die Anlagen oftmals fester Bestandteil eines Brandschutzkonzeptes.

Inhalt des Vortrages war auch die Erläuterung verschiedener Meldertypen, wie Handmelder oder die vielen Arten von automatischen Meldern - je nach Einsatzzweck. Die wichtigste Reaktion einer BMA sei die Alarmerierung der Feuerwehr und die Verständigung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im gefährdeten Bereich. Natürlich steuern diese Anlagen auch automatisch Aufzüge, Brandschutzklappen in Lüftungsanlagen, Löschanlagen an Maschinen usw.

Dann ging´s weiter mit Infos zum Feuerwehrschlüsseldepot (FSD), dem Feuerwehrbedienfeld (FBF) und dem Feuerwehranzeigetableau (FAT) und welche Funktionen wo und wie gesteuert werden können.

5. Vortrag - Neue Fahrzeuge und Anhänger des THW
Damit ein Führungsstab - bei größeren Schadenslagen - nicht im Regen stehen muss, kann nun auf eine mobile Führungsstelle des THW , den Führungs- und Kommunikationskraftwagen (FüKomKw) , zurückgegriffen werden. Dieser besteht aus einem Falt-Container auf einem Anhänger sowie einem LKW. Rüdiger Maetzig, Geschäftsführer THW GSt. Hof, erläuterte das Gespann.
Der FüKomKw verfügt über einen pneumatisch ausfahrbaren Funkmast. Dieser erreicht eine Höhe von bis zu sechs Metern und kann am Einsatzort einen eigenständigen Funkbereich (Inselbetrieb) gewährleisten. Neben der Verständigung über Funk, kann auch drahtgebunden (über Telekom-Festnetz bzw. Feldkabel) oder via Satellit kommuniziert werden. Um für jede Jahreszeit gerüstet zu sein, verfügt der FüKomKW sowohl über eine Klimaanlage als auch eine gasbetriebene Standheizung. Im Betriebsraum befindet sich die Funk- und Fernmeldezentrale, wo im Einsatz alle Meldungen und Nachrichten zusammenlaufen. Im hinteren Teil des FüKomKW liegt der Geräteraum.

Der Anhänger Führung und Lage (AnhFüLa) wurde als Falt-Container konzipiert. Die beiden Seiten des Containers sind aufklappbar, so dass ein circa 20 Quadratmeter großer Raum entsteht. In der Mitte sind Magnetwände angebracht, an denen Führungsassistenten beispielsweise die Gesamteinsatzlage notieren. Für Stabs- und Lagebesprechungen steht ein großer Tisch zur Verfügung.

Der Anhänger Führung und Lage (Anh FüLa) dient als mobiler Führungs- und Lageraum mit einer Grundfläche von ca. 4 x 5 m sowie als Fernmeldebetriebsraum bei besonderen Einsatzlagen. Das Gespann konnte anschließend in aufgebautem Zustand besichtigt werden.

6. Vortrag - Hochwassereinsatz in Deggendorf Juni 2013

KBI Adolf Mendel, Landkreis Bayreuth, berichtete vom Einsatz des Hilfeleistungskontigents in Deggendorf im Rahmen der Hochwasserkatastrophe im Juni 2013. Mit 186 Mann und 43 Fahrzeugen drei Tage in einem Katastrophengebiet eingesetzt zu sein, war für Jeden eine ganz besondere Erfahrung. Einiges lief, trotz sorgfältiger Planung, trotzdem schief - der Unterschied zwischen Planung und Realität. Im Großen und Ganzen funktionierte aber alles reibungslos und das Kontingent kam wohlbehalten wieder in der Heimat an.

Zum Abschluss der Kommandantenfortbildung dankte KBR Gerhard Bergmann allen, die sich in der Aus- und Weiterbildung engagieren, egal ob am Standtort, auf Kreisebene oder in den Ausbilder- und Arbeitskreisen. Er bat, sich auch weiterhin den steigenden Ausbildungsanforderungen zu stellen, um auch künftig die Einsatzbereitschaft unsere Feuerwehren gewährleisten zu können.  Erschloss mit den Worten

 

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